Chiropraktik am Pferd
Die Weiterbildung Chiropraktik am Pferd richtet sich an erfahrene PferdephysiotherapeutInnen, ManualtherapeutInnen für Pferde sowie PferdeosteotherapeutInnen, die ihr therapeutisches Spektrum gezielt erweitern möchten.
In drei Modulen und vier begleitenden Webinaren erwerben die Teilnehmenden fundierte theoretische und praktische Kenntnisse in der chiropraktischen Untersuchung und Behandlung des Pferdes. Der Schwerpunkt liegt in der Kernkompetenz der Chiropraktik, der Wirbelsäule. Es wird sehr viel Wert auf einer präzisen Befundung, einer sicheren Positionierung und der fachgerechten Ausführung der chiropraktischen Technik, dem HVLA-Thrust (High-Velocity, Low-Amplitude) gelegt.

Praxisorientierte und qualitätsbewusste Zusatzqualifikation
Die Weiterbildung umfasst zwei fest terminierte zweitägige und ein dreitägiges Modul. Jedes Modul beginnt mit einem Test und der Besprechung der angeforderten Hausarbeiten. Unterstützt werden Sie mit zielgerichteten Webinaren vor den einzelnen Modulen und der Prüfung. Mit Ihrer Anmeldung buchen Sie die Module und Webinare. Die Prüfungsanmeldung erfolgt separat nach dem dritten Modul.
Am Ende der Weiterbildung steht eine umfangreiche mündlich-praktische Abschlussprüfung. Nach erfolgreichem Abschluss erwerben die Teilnehmenden den Titel DIPO-Pferde-Chiropraktiker. Diese Weiterbildung ist bewusst anspruchsvoll konzipiert. Die Tests pro Modul, die Hausarbeiten und die umfangreiche Abschlussprüfung sichern ein hohes fachliches Niveau. Wer den Abschluss erwirbt, dokumentiert damit eine fundierte, praxisorientierte und qualitätsbewusste Zusatzqualifikation.
Begrenzte Teilnehmerzahl – intensives Lernen in kleiner Gruppe
Die Weiterbildung findet nur einmal jährlich statt und ist auf 16 Teilnehmende begrenzt. Dadurch entsteht ein exklusiver Lernrahmen mit intensiver Betreuung, individueller Korrektur, hoher praktischer Qualität und fachlichem Austausch.
Die Zusatzausbildung bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre bisherige Arbeit in der Pferdephysiotherapie, Manualtherapie oder Osteotherapie sinnvoll zu ergänzen. Sie vertiefen Ihr Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Gelenken, Muskulatur, Faszien und Nervensystem und entwickeln mehr Sicherheit nicht nur in der praktischen Umsetzung chiropraktischer Techniken, sondern auch ein besseres Verständnis für Ihre bisher erlernten Techniken.
Wer seine therapeutische Arbeit am Pferd gezielt weiterentwickeln, chiropraktische Techniken fundiert erlernen und sich fachlich klar positionieren möchte, findet in dieser Weiterbildung eine anspruchsvolle und praxisnahe Zusatzqualifikation.
Präzise Impulse für mehr Bewegungsqualität
Die Chiropraktik am Pferd beschäftigt sich mit der Untersuchung und Behandlung funktioneller Störungen des Bewegungsapparates, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule, der Rippengelenke, des Beckens und der angrenzenden Strukturen. Ziel ist es, Bewegungseinschränkungen differenziert zu erkennen und durch gezielte manuelle Impulse positiv zu beeinflussen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht das „Einrenken“, sondern die präzise Analyse der Gelenkfunktion, der neuromuskulären Zusammenhänge und der faszialen Strukturen. Eine chiropraktische Behandlung erfordert ein hohes Maß an anatomischem Verständnis, palpatorischer Sicherheit, biomechanischem Denken und technischer Genauigkeit.
Gerade beim Pferd ist diese Präzision entscheidend. Der chiropraktische Impuls entfaltet seine Wirkung nur dann optimal, wenn Befundung, Positionierung, Kontaktaufnahme, Vorspannung und Ausführung exakt aufeinander abgestimmt sind. Deshalb legt diese Weiterbildung besonderen Wert auf eine saubere Technik, ein tiefes Verständnis der behandelten Regionen und eine verantwortungsvolle therapeutische Anwendung.
Im ersten Modul stehen das Iliosakralgelenk, der lumbosakrale Übergang und die Lendenwirbelsäule im Mittelpunkt. Diese Region spielt eine zentrale Rolle für Kraftübertragung, Beweglichkeit des Pferdes. Zu Beginn werden die anatomischen Grundlagen der relevanten Gelenkeinheiten, Muskeln, Faszien und Nerven wiederholt. Darauf aufbauend erarbeiten die Teilnehmenden die chiropraktische Untersuchung und Therapie der Gelenke dieser Region. Ein wichtiger praktischer Schwerpunkt liegt auf dem Erlernen und Üben des chiropraktischen Thrusts, der HVLA-Technik. Die Teilnehmenden üben zunächst am Speeder Board und Geschwindigkeit zu schulen. Anschließend wird die korrekte Positionierung auf dem chiropraktischen Block für die einzelnen Gelenke am Pferd erarbeitet. Gerade diese Positionierung ist von entscheidender Bedeutung: Nur wenn das Pferd, die Gelenkregion und die Therapeutin oder der Therapeut exakt ausgerichtet sind, kann der Thrust gezielt wirken. Eine ungenaue Positionierung führt dazu, dass der Impuls seine Wirkung verliert oder „verpufft“. Deshalb wird dieser technische Aspekt im ersten Modul besonders intensiv geschult.
Das zweite Modul beginnt mit einer Wiederholung der Inhalte aus Modul 1. Die bereits erlernten Techniken werden aufgegriffen, korrigiert und weiter gefestigt. Neu hinzu kommen die Brustwirbelsäule und die Rippen. Auch hier werden zunächst die anatomischen Grundlagen der Gelenkeinheiten, Muskeln, Faszien und Nerven wiederholt. Anschließend lernen die Teilnehmenden die chiropraktische Untersuchung und Therapie dieser Gelenke. Die Brustwirbelsäule und die Rippen haben eine besondere Bedeutung für Beweglichkeit, Rumpfstabilität, Atmung und die funktionelle Verbindung zwischen Vorderhand, Rücken und Hinterhand. Chiropraktische Befunde in diesem Bereich erfordern ein genaues Verständnis der regionalen Anatomie und der biomechanischen Zusammenhänge. In den praktischen Übungen werden die Techniken aus Modul 1 wiederholt und auf die Gelenke dieser Region übertragen. Dabei gilt es, die korrekte Positionierung für die neuen Gelenkregionen zu erarbeitet. So entsteht Schritt für Schritt ein sicherer methodischer Aufbau, der Theorie, Befundung und Technik miteinander verbindet.
Das dritte Modul dient zunächst der Wiederholung und Festigung der Inhalte aus Modul 1 und 2. Die Teilnehmenden vertiefen die bisher erlernten Untersuchungsgänge, Positionierungen und Behandlungstechniken. Neu im Fokus stehen das Kiefergelenk, der Übergang C0/C1 sowie die Halswirbelsäule. Diese Regionen stellen besonders hohe Anforderungen an anatomisches Wissen, palpatorische Genauigkeit und therapeutische Verantwortung. Auch in diesem Modul werden die anatomischen Grundlagen der relevanten Gelenkeinheiten, Muskeln, Faszien und Nerven wiederholt. Darauf aufbauend erarbeiten die Teilnehmenden die chiropraktische Untersuchung und Therapie der entsprechenden Gelenke. In den praktischen Übungen werden die Techniken aus den ersten beiden Modulen wiederholt und mit den neuen Regionen verbunden. Die korrekte Positionierung für Kiefergelenk, C0/C1 und Halswirbelsäule wird sorgfältig aufgebaut und geübt. Ziel ist es, auch in diesen sensiblen Bereichen sicher, präzise und verantwortungsvoll arbeiten zu können.
Es gibt keine klassischen Skripte für diese Weiterbildung, da Sie vorwiegend praktisch arbeiten. Teilnehmende sollten bereits zu Kursbeginn auf tiefgreifende anatomische Kenntnisse des Bewegungsapparates sowie das Verständnis für funktionelle Zusammenhänge zurückgreifen können. Sie brauchen lediglich ein Anatomiebuch, dass den aktiven und passiven Bewegungsapparat in umfassender Genauigkeit beschreibt. Wir empfehlen veterinärmedizinische Literatur, z.B. eines der folgenden Bücher:
- Anatomie der Haustiere / Horst Erich König, Hans-Georg Liebich / ISBN 9783132455696
- Anatomie für die Tiermedizin / Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer, Uwe Gille / ISBN 9783132426757
- Praxisorientierte Anatomie und Propädeutik des Pferdes / Prof. Dr. Horst Wissdorf, 2. Auflage / ISBN 3794401980
- Lehrbuch der Anatomie / Nickel, Schummer, Seiferle, Bd. 1 (antiquarisches Buch)
Teilnehmende besorgen sich die Literatur selbstständig und bringen diese zum Kursstart mit. Im Nachgang zu jedem Modul erhalten Sie zudem weitere Unterlagen von der Kursleiterin.
Abschluss und Zertifizierung
In jedem Modul absolvieren die Teilnehmenden einen Multiple-Choice-Test und besprechen die eingereichten Hausarbeiten. Die Hausarbeit umfasst die Behandlung von je vier Pferden pro Modul, also zwölf in der gesamten Ausbildung. Teilnehmende müssen sicherstellen, dass Sie Zugang zu dieser Anzahl an Pferden haben. Diese kontinuierliche Lernkontrolle unterstützt die fachliche Vertiefung und bereitet gezielt auf die Abschlussprüfung vor. Das Bestehen der Tests mit mindesten 75% und das Einreichen der Hausaufgaben ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Prüfung. Nach dem dritten Modul erhalten Sie den Link zur Prüfungsanmeldung.
Sichern Sie sich frühzeitig Ihren Platz in der Weiterbildung Chiropraktik am Pferd und erweitern Sie Ihr therapeutisches Spektrum um eine präzise, wirkungsvolle und hoch spezialisierte Methode. Wer sie einmal erlernt hat, möchte nicht mehr darauf verzichten.
